Die Bedeutung der ästhetischen Bildung in der Arbeit mit Jugendlichen in der Umsetzung mit theaterpädagogischen Mitteln. Warum interessiert mich das Thema Als ich mich vor ca. drei Jahren fragte, warum ich Theaterprojekte mit Schülern mache, kam ich im Gespräch mit einer alten Musikprofessorin auf den Begriff ästhetische Bildung. Ich erklärte ihn mir damals so, dass ich den Jugendlichen die Möglichkeit gebe, den Prozess einer Stückentwicklung zu durchleben, damit sie Theater und darüber hinaus die Entstehung von Kunstprodukten nachvollziehen können. In der heutigen Zeit, in der die Menschen und besonders die junge Generation ständig verschiedenen Medien ausgesetzt sind und durch diese Überforderung die Gefahr besteht in der realen, emphatischen Welt abzustumpfen, will ich mit meiner Arbeit einen Gegenpol setzten und sie mitnehmen, neugierig machen für diese Welt, ihnen Wege zeigen oder entdecken lassen, wie sie sich, mit Hilfe der Kunst einen eigenen Standpunkt in Bezug auf ihre sie umgebende Welt aneignen können. Was bedeutet das für die Gegenwart und welche Bedeutung hat es für die Jugendlichen? Die Arbeit mit theaterpädagogischen Mitteln kann, gerade dem Heranwachsenden, der sich in einem Zustand des „ sich Findens“  befindet, als Möglichkeit dienen, mit Kopf, Herz und Hand ( Pestalozzi) die Vorgänge der Welt zu begreifen. Er entwickelt Kompetenzen, um sich in dieser Welt zurechtzufinden und lernt Methoden kennen, mit denen er sich die für ihn relevante Themen bearbeiten kann. Fazit: welchen Sinn hat die ästhetische Bildung heute? Wissenschaftlich betrachtet gibt es, laut Henschel, keine nachweisbare Wirkung der theaterpädagogischen Arbeit. Praktisch bietet aber die ästhetische Bildung besonders in der theaterpädagogischen Arbeit die Möglichkeit vorhandene Gedanken und Strukturen aufzubrechen, verschiedene Perspektiven zu einem Aspekt herauszufinden, verändernd in vorgegebene Prozesse einzugreifen, mit den Mitteln der Verfremdung, Missstände zu entlarven, um nur einiges zu nennen. „ Wer durch die Schule der Kunst gegangen ist und in seinem Denken der Wahrnehmung Raum gibt, der weiß nicht nur abstrakt um die Spezifität und Begrenztheit aller Konzepte - auch seines eigenen -, sondern rechnet mit ihr und handelt demgemäß(...) Er achtet den Unterliegenden, vermutet einen Rechtskern im Unrecht Scheinenden, rechnet wirklich mit Andersheit...“ ( Wolfgang Welsch) Verallgemeinernd dient die theaterpädagogische Arbeit den Menschen in seiner körperlichen, sinnlichen und Verstandesmäßigen Wahrnehmung wachzurütteln, seine Kreativität zu entwickeln, ihn zur Selbstreflexion und damit zur Arbeit an sich selbst aufzurufen und zu befähigen darüber hinaus Gesellschaftsverändernd  in das Weltgeschehen einzugreifen.( Wolfgang Welsch) zurück zum Inhaltsverzeichnis